Loading...

Rundgang durch Batzdorf


Anmerkung: Dieser Text erschien in den Jahren 1991/92 als eine fünfteiligen Folge in „Mei Heemt“. Obwohl seitdem schon einige Jahre vergangen sind, und sich einiges im Ort und an den Häusern verändert hat, ist vieles von dem Beschriebenen immer noch gültig.

BATZDORF – 45 Jahre danach. Von Rudi Saliger.
Rundgang durch Batzdorf und Nesselfleck

Teil 1 - Dorfmitte
Mit unterschiedlichen Gefühlen und Erwartungen machten wir im Herbst 1990 und Mai 1991 eine Reise in unser geliebtes Heimatdorf Batzdorf. Unser Quartier fanden wir in Batzdorf Nr. 45, im Ausgedingehaus des früheren Besitzers, Josef Alliger, genannt „Alberta Seffe“. Das Häuschen vermittelte uns ein heimeliges Wohlsein. Die ganze Einrichtung und Einteilung ist so, wie sie in den 40er Jahren bei uns noch oft üblich war. Das „Elektrische“ und eine Wasserleitung waren nicht vorhanden. Darauf konnten wir gut verzichten und taten alles, wie man es von früheren Zeiten her gewohnt war. Unseren Kaffee und die Mahlzeiten kochten wir auf der Herdplatte des herrlichen alten Kachelofens in der Stube. Abends saßen wir im trauten Schein einer alten Petroleumlampe und erzählten von vergangenen Zeiten. Unsere Verwandten und auch frühere Bekannte aus Batzdorf halfen uns überall dort, wo wir ohne tschechische Sprachkenntnisse nicht weiterkamen. Hin und wieder trafen wir auch Tschechen, die noch gute Deutschkenntnisse hatten. Es wurde uns freundlich und bereitwillig überall geholfen.
So eingestimmt begannen wir unsere Wanderung durch Batzdorf. Beginnen wir mit dem Dorfmittelpunkt. Dort steht am Kirchberg noch unsere Kirche, geweiht der hl. Maria - Magdalena. Der Pfarrer Halik von Klösterle war früher auch für die Batzdorfer Kirchengemeinde zuständig. Er hat sich wohl um den Erhalt der Kirche bei den dort herrschenden Zuständen viel Mühe gemacht. Wenn man den Kirchberg hochgeht, so steht noch immer das große Steinkreuz mit den beiden Heiligenfiguren zur rechten Seite. Die Vorhalle vor dem Friedhof ist renoviert. Das Zwiebelturmdach ist neu eingedeckt und hat neue Regenrinnen erhalten. Am Torbogen ist noch die Jahreszahl 1673 eingemeißelt. Innen hat die Vorhalle neuen Verputz und einen weißen Anstrich erhalten. Nun stehen wir vor der Kirchentür, die erst vor ganz kurzer Zeit in einer neuen Ausführung eingesetzt worden ist. Wohl aus Kostengründen hat man die schöne alte Tür nicht in ihrer früheren Art erneuert. Die Kirche ist immer verschlossen. Zutritt ist zu Zeiten von Messen und Andachten gegeben. Ansonsten muss man sich mit der Kirchendienerin in Verbindung setzen. Der Kirchen - Innenraum ist noch weitgehend so erhalten, wie man ihn aus den 40er Jahren in Erinnerung hat. Neu ist eine weiße Muttergottesstatue, die auf der Seite des „Wenzelaus - Altars“ steht. Sie ist eine Stiftung der Frau Ehspanner aus Herrnfeld. Angefertigt wurde diese in Banneux in Belgien. Der große Kristallluster ist aus der Kirche verschwunden. Nur das Seil, das von der Decke herabhängt, zeigt an, wo er einmal hing. Die beiden Seitenaltäre sehen noch recht gut aus. Eine Besonderheit ist der „Wenzelaus - Altar“ in seiner Adlerform und dem Brustschild, auf dem die böhmischen Heiligen in Medaillenform eingebracht sind. Auch die Kanzel und der Taufstein haben die Zeit gut überstanden. Besonders gut erhalten hat sich die Deckenbemalung. Auch die Orgel ist noch in Ord nung und bespielbar. Sehr mitgenommen war die Wandbemalung infolge aufsteigender Nässe im Mauerwerk. Vom derzeit zuständigen Pfarrer ist deshalb die Ornamentmalerei an den Wänden bis in die Höhe der Kreuzwegbilder mit weißer Kalkfarbe überstrichen worden. Der Pfarrer war 1990 noch in Kunwald tätig und mit der Betreuung von Batzdorf beauftragt. Jetzt ist er in Rokitnitz am Pfarramt und ihm sind 14 frühere Gemeinden im Umkreis von Rokitnitz anvertraut. Bei einem Gespräch mit dem Pfarrer erfuhren wir, dass an der Batzdorfer Kirche Renovierungsarbeiten geplant sind. Zuerst soll das Altarbild der Maria - Magdalena, dann der Hochaltar restauriert werden. Später soll die Kirche hell ausgemalt werden, wenn das Denkmalamt zustimmt. Die Wandornamente würden dann gänzlic h verloren sein. Das Äußere der Kirche ist weitgehend verblieben und bedarf einer Erhaltungsmaßnahme. Nur die dringendsten Arbeiten am Dach, den Dachrinnen und dem kleinen Türmchen wurden gemacht. Der Friedhof ist in einem verwahrlosten Zustand. In der letzten Zeit mähte ein freundlicher Mann aus Batzdorf das Gras, so dass man die Grabstellen wieder gut findet. Nur wenige Gräber sind seit 1945 neu belegt worden. An der Friedhofsmauer ist die Zeit nicht spurlos vorbeigegangen, sie verfällt langsam. Der Pfarrhof ist fast nicht genutzt worden, man beginnt aber, das Wohngebäude zu reparieren.
Vom Hof des Johann Hörnich (Nr. 3) steht noch das Wohnhaus, es ist zu einer Ferienwohnung ausgebaut. Erhalten ist eine schöne Haustür. Wir gehen zurück zum Haus Nr. 2, früher die „Alte Schule“ genannt. Hier ist das Bürgermeisteramt eingezogen. Zum Ort Batzdorf gehören heute noch die Orte Hohenerlitz mit Ottendorf, Halbseiten, Bärnwald, Schönwald und Neudorf. Die Zahl der ständig da wohnenden Einwohner liegt bei 220 Personen. Für die Nummerierung der Häuser gibt es zwei Verfahren. Ständig bewohnte Häuser haben eine fortlaufende Nr. von 1 beginnend in Batzdorf im Niederorte und endend mit der höchsten Nr. in Neudorf. Häuser, die als Ferien - und Wochenendhäuser genutzt werden, haben jeweils eine oder zwei Nullen vor der Zahl. Vom Bürgermeisteramt führt ein asphaltierter Weg zum Dorfplatz. Das Kriegerdenkmal ist abgetragen und der Gedenkstein mit den Quadern als Baumaterial verwandt worden. Am Dorfplatz stehen noch die Häuser des Bildhauers Hörnich und des Franz Neumann, wo heute noch die Post ist. Daneben ist das Haus des Fleischers Franz Weiß, dann die Molkerei, die als Gemeinschaftsküche für das Staatsgut eingerichtet ist. Alle diese Häuser machen vom Aussehen her einen sehr schlechten Eindruck. Das Haus Nr. 225, wo zuletzt die Familie Fritz Friemel gewohnt hat, ist in einem guten Zustand. Die Gastwirtschaft von Ignatz Nutz ist mitsamt den dazugehörigen Wirtschaftsgebäuden dem Erdboden gleichgemacht. Dieser Hof war in früheren Zeiten ein Freigut, zu dem auch die „Gütlan“ und die Hofwiesen gehörten. Oberhalb stand die Halle Nr. 228, „Notza Halle“, die vor einigen Jahren auch niedergerissen worden ist. An deren Stelle baut man jetzt ein größeres Gebäude für örtliche Belange, wie Teile der Bürgermeisterei, Sozialstation, Arzt und sonstige Berufe. Seit mehr als 20 Jahren stehen unterhalb davon das Kulturhaus und ein Kaufladen. Von da aus in Richtung oberhalb der „Gütlan“ stehen drei neue Wohnblocks. Dazugehörige Garagen, Kleintierstallungen, Schuppen und Gärten bilden ein wildes Durcheinander. Daran vorbei geht ein neu angelegter Wirtschaftsweg, der zum oberen Bauernhof von Ignatz Nutz führt. Den Hof als solchen gibt es nicht mehr. Dort ist ein sehr großer Stall errichtet worden, in dem Viehaufzucht betrieben wird. Wir gehen wieder zurück zum Dorfplatz und wenden uns der Straße nach Rokitnitz zu. So steht rechts an der Bushaltestelle ein Wartehäuschen. Daran schließen gleich die Häuser an, in denen der Frisör Adolf Franke und der Hufschmied Ferdinand Faltus wohnten. Vom Anwesen des Wenzel Saliger steht das Wohngebäude mit dem Ladenanbau. Darinnen ist eine Panzerkettenmontage für landwirtschaftliche Maschinen eingerichtet. Dahinter liegt versteckt im hochgewachsenen Buschwerk die Neumann - Mühle, die nur noch als Freizeithaus genutzt wird. An der Brücke ist die Statue des Hl. Nepomuk seit kurzer Zeit abmontiert. Die gegenüberliegenden Gebäude von Mathilde Volkmer und Hetschel sind abgerissen. Auf der Wiese hat man ein großes Löschwasserbecken gebaut, das auch zum Baden im Sommer bestimmt ist. Neben der Brücke ist die alte Schmiede von Josef Sobotka auch abgerissen und mit Aushub eben aufgefüllt. Ein Stück unterhalb der Brücke ist eine neue breite Brücke im Bau, die wohl die Straßenführung gänzlich verändern soll. An der Straßengabelung Senftenberg/ Rokitnitz steht noch das Spritzenhaus 2 der Batzdorfer Feuerwehr und wird als Garage für Gemeindefahrzeuge genutzt.


Teil 2 – Oberort (Hauptstraße)

Unseren Rundgang hatten wir an der Gabelung der Straße nach Senftenberg und Rokitnitz unterbrochen. Auf der linken Seite, wo früher die Wirtschaftsgebäude von Josef Kastner sen. (Nr. 55) waren und die Scheune von Wenzel Saliger stand, da finden wir heute das Batzdorfer Staatsgut mit drei großen Stallungen für die Rinderherden, dazu Verwaltungsgebäude und die notwendigen Wirtschaftseinrichtungen. Nun etwas über die derzeitige Bewirtschaftung in Batzdorf . Die Felder vom Niederort, genannt die „Flur Hochhäuser“ oder auch „Rosinkabarg“, bis zur Senftenberger Straße, dann darüber hinaus an den stark abfallenden Hängen „Eim Groawa“ bis hin zur Bauernwirtschaft von Johann Taiber sind alles Weideflächen. Die ebenen Felder sind Ackerfläche und liegen auf den Hochflächen dem „Herrschaftlichen Walde“ zu. Feldraine, die früher die einzelnen Besitzungen der Bauern trennten, sind eingeebnet. Es ergeben sich nun riesige Felder, wo Feldfrüchte angebaut werden. So ist auf der gegenüberliegenden Seite ein Feld, das auf der Wirtschaft beim Amand Richling beginnt, bis zur Erlitzer Koppe reicht und sich hinzieht über die Ortsgemarkung hinaus nach Liebenthal - Hannchen bis zum Herrnfelder Wald. Gerade nur unterbrochen von den Quellwiesen, wo die „Feldflässlan“ entspringen. Die kleinen Waldungen, die den jeweiligen Bauern gehörten, sind meist alle in dem früheren Umfange erhalten geblieben. An wirtschaftlich ungünstig zu bearbeitendem Gelände wurde auch aufgeforstet. Wir stehen noch immer an der Straßengabelung und setzen unseren Rundgang fort in Richtung Oberort. So ist an der Stelle der früheren Grund - Schmiede eine Fahrzeugwaage gebaut. Auch die Kapelle fehlt. Oberhalb steht der Hof von Josef Saliger (Nr. 59) noch vollständig bewohnt und gut erhalten. Rechts der Straße sehen wir noch die Grundmauern des Hauses Nr. 60 von Wilhelm Pietsch – Franz Weiß, das vor einigen Jahren abgebrannt ist. Das Haus Nr. 58 in der Wiese unterhalb, gehörig Josef Saliger, fehlt. Die Häuser Josef Schreiber (Nr. 61), Ernst Neidhardt (134) und August Pautsch (63) sind gut erhalten und als Ferienhäuser genutzt. Verschwunden sind die Häuser von Marie Friemel (Amerikanerin, Nr. 176), Rudolf Wangler (65) und das Ausgedingehäusel von Josef Hübel (223). Vom Wirtschaftsgebäude von Rudolf Hübel (156) steht nur die Scheune, sie ist als Ferienwohnung ausgebaut. Das Wohnhaus von Josef Schmidt (64) ist ständig bewohnt und sehr gut erhalten. Kapelle und Scheune fehlen. Der Hof von Ernst Saliger (68) steht noch vollständig. Zwischen Scheune und Wald (Ernst Peschla) steht ein niedriger, langgestreckter Stall. Das Haus hat dauernd Bewohner. Ersichtlich ist, dass bauliche Maßnahmen zum guten Erhalt des Wohngebäudes beigetragen haben. Unterhalb der Straße, auf der Wiese von Hübels Häuschen bis an die Wegkreuzung zum Hohlweg, stehen fünf neue Häuser, in Fertigbauweise von der Firma OKAL im Schwarzwald errichtet. Ausgestattet mit Komfort der heutigen Zeit, erscheinen sie uns doch fremd, weil der Baustil zu wenig dem Dorf angepasst ist. Gleich davor steht das Haus von Ernst Klar (67, Schnittwarengeschäft) und wird als Ferienhaus genutzt. Wir gehen zur Wegkreuzung zum Haus von Wilhelm Hörnich (69), es ist auch ein Ferienhaus in recht ordentlichem Zustand. Wir folgen nun dem Weg zum Spritzenhaus. Der große Schuppen des Fuhrwerkers Tasler steht nicht mehr. Das Wohnhaus von Franz Tasler (71) ist gut erhalten und immer bewohnt gewesen. Sehr gastfreundlich sind heute die Bewohner und viele Heimatbesucher kehren dort ein. Auch wir machen da Einkehr, um uns mit den Leuten zu unterhalten. Die Frau ist gebürtig aus Rokitnitz und spricht noch unseren unverfälschten Dialekt. Als wir weitergehen, kommen wir an das Haus von Anton Bruna (185), das als nicht ständig bewohnt erhalten geblieben ist. Der Hohlweg zur Straße hinauf ist nicht begehbar, weil von Strauchwerk total zugewachsen. So gehen wir in der Treckerspur über die Wiese. Es passiert oft, man steht an den von früher her bekannten kleinen Wegen, die eben heute nicht mehr da sind, oder unbegehbar. So erreichen wir das „Rechter Köppla“. Eine Rückschau zum Dorf ergibt einen Blick auf die „Gütlan“ bis zur Kirche frei. Das Spritzenhaus 1 steht noch, darin ist eine Ferienwohnung eingerichtet. Der Übungsplatz der Feuerwehr ist ganz zugewachsen. Links ist der Steinbruch. Von dort schauen wir hinunter in die Kaiserschlucht, auch „Hoppaloch“ genannt. Der Wald war schlagreif und ist abgeholzt. So gibt der Steilhang jetzt die Sicht frei zum Haus von „Aala Schreiber“. An diesem Platz war in meiner Jugend immer etwas zu Gange. Die Feuerwehr hielt da die Übungen ab und vielmals lagerten dort ganze Zigeunersippen. Um diesen Ort rankten sich viele Gräuelgeschichten und auch selbst erlebte Ereignisse. Die Wege in der Schlucht sind total zugewachsen und kaum passierbar. Auf dem Wege vor uns liegt der Bauernhof Nr. 78 von Rudolf Saliger (Rechter Rudolfas), mein Geburtshaus. Von der Ferne sieht es so aus, als hätte sich da gar nichts verändert. Aber da fehlt doch das Dörrhaus, das etwa 100 Meter feldwärts stand. An der Straße steht noch das Gedenkkreuz. Bei Nähe besehen, hat der Zahn der Zeit an den Gebäuden doch seine Spuren hinterlassen. Heute lebt dort nur noch eine fast 80jährige Frau. Sie lud uns ein und bewirtete uns mit Kaffee und Kuchen. In der Stube waren noch einige Einrichtungsgegenstände, die von meinen Eltern stammen. Ansonsten waren die zwei bewohnten Räume nach der früher heimatlichen Art schön und sauber eingerichtet. Alle übrigen Räumlichkeiten waren leer und ungenutzt. Wir gehen weiter dorfaufwärts und stehen vor dem Haus von Rudolf Tasler (164). Ebenfalls ein Freizeithaus, die schöne Hausfassade hat die Zeit gut überstanden. Das früher gegenüber stehende Ausgedingehaus Nr. 79, die Bauernhöfe Nr. 80 (Pauline Pohl) und Nr. 82 (Eduard Klar) sind dem Erdboden gleichgemacht. Kein Baum oder Strauch lässt den früheren Standort der Höfe erkennen. Es fehlen ebenso die Häuser Nr. 83 (Franz Kropf), Nr. 85 (Gemeindehaus) und Nr. 86 (Josef Taiber, „Grünsch“). Rechts der Straße steht noch als Freizeitunterkunft eingerichtet Haus Nr. 84 (Sattler Wilhelm Taiber) hinter Bäumen verborgen. Weiter aufwärts links sehen wir das dauernd genutzte Wohnhaus Nr. 87 von Johann Taiber ohne alle Wirtschaftsgebäude des Hofes. Unterhalb der Aubachbrücke steht noch das Haus von Franz Taiber (88) nur zeitweilig genutzt, doch gut erhalten. Jetzt lassen immer wieder einmal die hochgewachsenen Bäume und Strauchwerk einen Blick frei auf die andere Talseite. Die Auen im Talgrund werden scheinbar kaum genutzt, da eine maschinelle Bearbeitung fast unmöglich ist. So werden seltene Pflanzen und Blumen unserer Heimat erhalten bleiben. Der leichte Anstieg der Straße gibt nach und nach den obersten Teil von Batzdorf frei. Die Böttcherei von Ernst Lauterbach (178) und das Haus Nr. 89 sind nicht mehr vorhanden. Die Ölmühle von Adolf Bortsch (90) ist Ferienwohnung, der Mühlgraben zugeschüttet. Das Gebäude von Josef Weiß (91) ist ein ständiger Wohnsitz. Gut im Zustand, reichlich Blumenschmuck ziert das Haus. Nebenan der Hof des Bauern Wilhelm Weiß (92) ist gänzlich abgetragen. Auf der mit Aushub eingeebneten Hofstelle steht ein neu erbautes Ferienhaus. Am Weg quer durch die Au zur anderen Talseite (Kuhwaig) ist jetzt der Damm für den angelegten Weiher. Vom Aubach durchflossen hat der Weiher eine Fläche von etwa 30 mal 30 Meter und dient der Gänsehaltung, dürfte aber als Löschwasserbecken geplant sein. Von da an bachaufwärts wurde der Aubach begradigt. Wir wandern auf der Straße weiter und kommen zum Haus des Schneidermeisters Franz Weinberg (181), es scheint nur ganz selten Ferienbewohner zu haben. An der linken Straßenseite steht das Hauskreuz vom Bauernhof Franz Neumann (93), der nicht mehr vorhanden ist. Das Gasthaus „Zum Badersteig“ (157) ist gut erhalten. Als letzter Gastwirt war dort Johann Hejl, der Besitzer war der „Büttner“ Franz Elsner. Die Hofstellen von Franz Jestrabek (94), Berthold Blaschke (95) und die Häuser von Christen (173), Blaschke Häusla (221) und Wenzel Alliger (199) sind alle eingeebnet. Die ganze Fläche vom Badersteig beginnend und über die zuletzt genannten Einebnungen reichend, ist mit Fichten und Laubwald bepflanzt. Auf der früheren Baustelle Nr. 172, nahe der Aubachbrücke, hat man ein neues Ferienhaus gebaut. Wir gehen nun den Weg links vom Aubach dorfabwärts zurück an der Flur „Neuhäuser“ entlang. Auf dem Baugrund Nr. 40 der Marie Dittert wurde ein Haus im Jagdhausstil für Urlaubszwecke erbaut. Die Häuser von Alfred Lauterbach (195), Anna Alliger (169), Anton Taiber (98) und Rudolf Neumann (99) sind abgerissen worden. Als Ferienhäuser sind erhalten geblieben Nr. 97 Josef Elsner, 215 Josef Kropf und 180 Rudolf Weiß – Anna Frieme l. Die Gebäude der Bauernhöfe Rudolf Weiß (96), Heinrich Prause (100) und Franz Pohl (101) sind noch erhalten geblieben, doch in keinem guten Zustand. Am Wegrand steht noch das große Steinkreuz aus dem Jahre 1802. Errichtet von Johann Weiß im 74. Jahre seines Lebens. Die Kapelle beim Hof von Franz Pohl ist dem Verfall preisgegeben.


Teil 3 – Oberort (Auberg, Gütlan), Dorfmitte


Den Rundgang durch Batzdorf setzen wir nun fort auf der linken Seite des Aubaches in Richtung zum „Aarbarche“ und dann weiter zur Dorfmitte. Am Hofe des Heinrich Prause Nr. 100 stand einmal eine schöne Muttergottesstatue. Sie ist jetzt nur zum Teil in Bruchstücken noch vorhanden. Auf der Wiese hin zur „Mechanischen Binderei“ des Josef Elsner Nr. 77 sind Garagen für Maschinen und Fahrzeuge erbaut. Die Binderei selbst dient gleichen Zwecken und als Reparaturwerkstatt. Das Wohnhaus ist ein ständiger Wohnsitz. Nebenan das Haus Nr. 102 der Familie August Hetschel ist abgerissen. Dagegen ist das Wohnhaus und die Scheune Nr. 153 von Paul Kropf meistens bewohnt, gut erhalten und sehr gepflegt. Oberhalb des Weges ist das Bauernhaus des Johann Tomann Nr. 104, wenig bewohnt, in einem schlechten Zustande. Am Platz der Scheune hat man ein neues Haus gebaut. Nebenan das Haus mit Schreinerei des Rudolf Taiber Nr. 106 ist in gutem Zustand, stets bewohnt. Haus Nr. 105 und 109 von Rosa Tomann sind Freizeitwohnungen. Die Häuser Nr. 107 von Wilhelm Alliger, Nr. 108 von Franz Schreiber, Nr. 212 Hof des Franz Grund und der Hof Nr. 115 der Familie Franz Lux sind gänzlich weggerissen worden. Am Hang zur Kaiserschlucht stehen noch die Häuser Nr. 112 Heinrich Dittert, Nr. 113 Anton Holubarsch, jedoch ohne Tischlerei, Nr. 177 von Franz Elsner (Amanda) zuletzt bewohnt und Nr. 194 Ernst Schreiber, alle als Freizeitwohnungen und in ordentlichem Zustand. Die Häuser auf der „Aabargkoppe“ Nr. 197 Eduard Hiltscher, Nr. 198 Wilhelm Weinberg (Aabargriese) und Nr. 30 Anna Fischer sowie das Haus Nr. 165 Marie Alliger (Nazer Marie) sind abgerissen worden. Auf dem Grund der drei erstgenannten Häuser ist jeweils ein neues Haus erbaut oder noch im Aufbau. Wir gehen den steil abfallenden Aabargweg, der in einem schlechten Zustand ist, hinunter. Am oberen Teil kommen wir an der Brunnenstube vorbei. Diese ist gut erhalten und dient auch heute der Wasserversorgung der hochgelegenen Häuser wie in früheren Zeiten. Weiter abwärts fehlt rechts das Haus Nr. 168 der Marie Dittert - Hoffmann. Am Wege links steht noch das Haus Nr. 117, wo die Familie Emanuel Schreiber wohnte, äußerlich sehr vernachlässigt. Vom Hofe Nr. 116 Rudolf Richling ist nur die Scheune erhalten, als Ferienwohnung ausgebaut. Der Bauernhof des Amand Richling Nr. 120 und das Ausgedingehaus Nr. 119 sind gänzlich dem Erdboden gleichgemacht. Dann stehen wir vor den Gebäuden der Wagnerei des Klemens Neumann Nr. 118. Hier arbeiten heute noch zwei bis drei Leute in den Werkstätten. Bis auf kleine Anbauten und Schupfen, die abgetragen sind, ist alles erhalten geblieben. Nun noch ein kleiner Abstecher in den auslaufenden Teil der Kaiserschlucht. Die Häuser Nr. 74 Josef Dittert und Nr. 75 Paul Prause sind abgerissen. Nur die beiden Häuser Nr. 76 Johann Schreiber und Nr. 166 Josef Schreiber sind als Freizeitwohnungen erhalten geblieben. Wir gehen nicht weiter in die Schlucht hinein, weil der Weg jetzt endet, sondern kehren um und kommen an das Haus Nr. 73 des Emil Hörnich, das als Wochenendhaus eingerichtet ist. Das nächste Haus Nr. 174 gehörte der Familie Franz Elsner, ist in sehr gutem Zustand gehalten und ein ständiger Wohnsitz. Daneben stand früher ein recht baufälliges Haus vom Franz Hörnich (Berchala). An der Brücke zur Wagnerei fließen der Aabergbach und das „Feldflässla“ in den Aubach. Wir gehen über die kleine Brücke hinüber und stehen am Haus Nr. 122 vom Schuhmacher Josef Taiber jun., das sehr gut erhalten und bewohnt ist. Am Lauf des Aabaches wurde eine wesentliche Änderung vorgenommen. Ab der Brücke, über die wir gegangen sind, hat man ein neues Bachbett gegraben. Es verläuft jetzt ganz gerade auf die Brücke bei der Binderei des Franz Elsner zu. Das frühere Bachbett ist zugeschüttet. Beim Umschauen stellen wir fest, das die Häuser Nr. 70 vom „Aala - Täuwer - Schuster“, Nr. 170 vom Dittert Franz und Nr. 123 vom Josef Schmidt (Banert Josef) abgebrochen worden sind. Das Haus des Ernst Alliger Nr. 124, wo früher eine kleine Gemischtwarenhandlung war, ist heute als Ferienhaus recht gut erhalten. Direkt am Wege steht das Wohnhaus und Anbauten des Franz Elsner Nr. 171, ist nicht ständig bewohnt, und zum Erhalt des Hauses ist bisher wenig gemacht worden. Dahinter steht noch das „Mühlenhäusla“ Nr. 163, zuletzt vom Lehrer Lux bewohnt, in einem sehr schlechten Zustand. Daneben die Werkstätten der Binderei des Franz Elsner Nr. 13 sind gut erhalten. Diese wurden erst vor kurzer Zeit von einem neuen Käufer übernommen. Nun gehen wir den ansteigenden Weg hinauf in die Gütlan. Haus Nr. 186 von Anna Alliger (Kosper Annla) fehlt. Beim 1. Gütla Nr. 128 von Ignaz Nutz zeigen Reste der Grundmauern und Bäume an, wo das Haus einmal stand. Wenn wir uns halb nach links rückwärts wenden, sehen wir wieder die großen neu erbauten Rinder - Aufzucht - Stallungen anstatt des „Oberen Hofes“ von Ignaz Nutz. In den Gütlan sind die Häuser Nr. 129 des Franz Alliger und Nr. 130 von Josef Kastner stets bewohnt, die Scheunen fehlen. Bewohnt ist auch Nr. 131 von Josef Pohl, Haus und Scheune sind vollständig erhalten. Das Transformatorenhaus ist zerstört und der Hof Nr. 132 von Josef Neumann eingeebnet. Das erst 1934 vom Lehrer Johann Krause erbaute Haus Nr. 9 ist gut erhalten und i mmer bewohnt. Gegenüber steht noch das Wohnhaus Nr. 135 Josef Priesel, nur zeitweilig genutzt und in einem ganz schlechten Zustand. Die nächsten Häuser, rechts Nr. 136 Vinzenz Alliger und links Nr. 137 Josef Hörnich, sind jetzt Freizeithäuser. Immer bewohn t sind die beiden letzten Häuser in der Gütlan, Nr. 138 Josef Dittert und Nr. 139 von Anna Saliger (bei Lesch). Im allgemeinen kann man sagen, dass Gebäude, die dauernd bewohnt werden, besser erhalten sind. Damit ist der Rundgang im Oberort abgeschlossen.
So gehen wir zur Dorfmitte und von dort den Steig zwischen der Post und dem „Weiß - Fleischer
hinüber zur anderen Seite des Aubaches. In der Wiese stand früher ein kleines Haus, das zum Hofe des Ignaz Nutz gehörte und als Jugendheim diente. Zur rechten Seite steht das gut erhaltene Haus Nr. 148 des Franz Weinberg (Schuster). In der Nähe vom früheren Wehr hat man eine kleine Kläranlage gebaut mit einem Satteldach, das bis an den Erdboden reicht. Nach Überschreiten des Aubaches sind wir am Haus Nr. 53 des Ferdinand Faltus, wo früher der Batzdorfer Kindergarten war. Das Haus ist auch heue noch in einem sehr guten baulichen Zustand, wie auch Haus Nr. 54 oben am Hang, das August Hetschel bewohnte. Beide Häuser werden nur als Ferienwohnungen genutzt. Wir bleiben nun auf der rechten Seite des Aubaches und gehen dem Niederorte zu. Das Wehr, wo das Wasser zur Sobotka - Mühle abgeleitet wurde, ist weg. Der Mühlgraben streckenweise zugeschüttet. Vom Bauernhof Nr. 52 des Franz Dittert ist nichts mehr zu sehen. Dort steht jetzt ein neu errichtetes Blocksteinhäuschen. Das Haus des Anton Wolf Nr. 121, genannt Farberton, ist in einem gepflegten und erst vor kurzem renovierten Zustand. Ein weißer Farbanstrich gibt dem Haus ein Aussehen, wie es früher im Dorfe üblich war. Auf einem Trampelpfad geht es zum ständig bewohnten Haus Nr. 51 der Franziska Weiß. Vom Hof des Hermann Weiß steht nur noch das Wohngebäude, das ständig bewohnt ist. Zwischen Aubach und Mühlgraben stand früher das Haus Nr. 50 von Franz Hörnich (Berchala). Am Hang zum „Rosinka Barche“ stand einmal der große Hof des Wilhelm Hirschberg Nr. 49, der gänzlich abgebrochen worden ist. Genau davor hat die Gemeindeverwaltung einen Skilift erbaut, der bis zur Bergkuppe führt. Gleich daneben stet noch die Statue „Maria mit dem Jesuskinde“. Am Mühlgraben das Haus Nr. 218, wo Familie Fritz Weinberg früher wohnte, noch gut erhalten und stets bewohnt. Das Drechslerhaus Nr. 190 von Johann Alliger – Neumann Adolf, ist ein gepflegtes Freizeithaus. Nun fehlen wieder Häuser: Nr. 48 Kaufladen des Konrad Weinberg, Nr. 42 Wohnung der Familie Josef Weinberg (Tinscha Seffe) und Nr. 187 von Johann Prause (Kerchvoter). Im Jahre 1933 erbaute man das Haus Nr. 47 neu, wo dann der Dechant Svetelsky wohnte. Es ist auch heute noch in einem guten Zustand. Dort ist eine staatliche Dienststelle eingerichtet und ständig bewohnt. Gleich danach das nur zeitweise als Ferienwohnung genutzte Haus Nr. 179 der Anna Pöschel - Steinmetz. Von der Sobotka - Mühle ist nichts weiter übrig geblieben als die Scheune. Einige Schritte gehen wir zurück und beziehen einige Häuser auf der anderen Seite des Aubaches gleich mit ein. Das Haus Nr. 182 von Maria Hörnich (Malcherseffn) ist in vollem Umfang als Freizeithaus erhalten geblieben. Im letzten Jahrhundert waren diese Gebäude noch als Dorfschmiede genutzt worden. Davon zeugt auch heue noch die breite Zufahrtsbrücke zum Hause. Hier unterbrechen wir wieder die Wanderung durch das Dorf.


Teil 4 – Niederort

An der Brücke zum Haus Nr. 182 nehmen wir unseren Rundgang wieder auf. Wir gehen weiter abwärts, überschreiten die Brücke und bleiben dann ein kurzes Stück weit auf dem Wege. Gleich an der Brücke steht das Haus Nr. 26 von Marie Pischel (früher Cipke), gut erhalten und ein ständiger Wohnsitz. Daneben die Häuser Nr. 175 von Franziska Schroller und Nr. 206 von Feustel sind abgerissen. Das Haus Nr. 7 des Konstantin Tasler ist in einem sehr guten Zustand und ein fester Wohnsitz. Daneben der Hof Nr. 155 des Wilhelm Hirschberg jun. ist als Ferienwohnung voll erhalten geblieben. Von hier aus gehen wir übers „Breckla“ zum Haus Nr. 34, wo die Familie Josef Harbich wohnte. Ein gut erhaltenes und oft bewohntes Ferienhaus. Auf dem Wiesenpfad gehen wir zur Dorfstraße. Das Haus Nr. 44 von Anton Lerch und Nr. 45 sind Ferienhäuser. Letzteres in sehr gutem Zustand, man könnte es gut und gerne als Museumsstück betrachten. Es ist das Ausgedingehaus zum Hof Nr. 43 von Josef Alliger, genannt „bei Alberta Seffan“, welcher jetzt moderner augebaut und vollständig erhalten geblieben ist. Es ist in Batzdorf wohl einer der wenigen Besitze, Nr. 43 und Nr. 45, der den Nachkommen des Vorbesitzers verblieben ist. Ein geringer Teil der Wiese und etwas Acker werden selbst genutzt und ermöglichen etwas Viehaufzucht. Weiter im Dorf abwärts stehen die Hauser Nr. 41 , die „Alte Post“ war zuletzt einmal die Batzdorf Polizeistation. Daneben das Haus Nr. 39 von Franz Weiß, dem Straßenwärter. Beide Gebäude sind gut erhalten und dienen als Ferienaufenthalte. Rechtseitig der Straße fehlt das Ausgedingehaus Nr. 217 des Franz Richling. Vom Hof Nr. 37 des Franz Richling blieb das Wohngebäude in einem sehr schlechten Zustand zurück. Das große Flachsbrechhaus ist eine Ruine. Vom Fleischermeister August Franke, Haus Nr. 38 an der linken Straßenseite, ist der feste Wohnsitz der Kirchendienerin. Mit viel Blumenschmuck auch im Garten. Am Hang rechts steht das Gedenkkreuz aus Stein, das „Pestkreuz“ aus dem Jahre 1791. Es soll an die vielen Pesttoten erinnern, die an dieser Stelle begraben wurden, da der Platz auf dem Friedhof nicht aus reichte. Daneben stand früher der Bauernhof Nr. 36 des Konrad Langer. Die Straße teilte den Hof mitten durch. Gestrüpp und Mauerreste erinnern noch an den Standort. Das Haus Nr. 56, erbaut 1936 vom Bäcker Friedrich, ist gut erhalten. Nach dem Erwerb des Hauses durch die Familie Krèmaø wurde angebaut. Eine Schiede, Stallung und Wirtschaftsanbauten machten etwas Viehhaltung möglich. Bei Frieda Krèmaøova machen Batzdorfer, wenn sie die Heimat besuchen, stets Einkehr. Gespräche über frühere Zeiten und Neuigkeiten sind bei ihr immer zu erfahren. Die rechts des Aubaches stehenden Häuser wollen wir jetzt gleich mit einbeziehen. So ist das Friedrich - Haus Nr. 21, in gutem Zustand. Es war früher bewohnt von der Familie Mlynarsch und gehört heute noch einem Nachkommen, ist jedoch nur teilweise bewohnt. Am Bachufer ist eine Nepomuk - Statue aufgestellt, sie soll aus Hohenerlitz stammen. Daneben steht das Haus Nr. 22 des Rudolf Geisler und ist ständig bewohnt von der Familie Franz Neumann/ Berta Richling und ist gut erhalten geblieben . Der Mühlgraben zum Sägewerk Weiß ist zugeschüttet. Der kleine Hof des Franz Taiber (Woiner Franz) ist von der Familie Fritz Taiber bewohnt. Rechts der Straße steht noch das Brandel - Haus als Ferienwohnung genutzt. Das Gasthaus “Zur Eiche“ Nr. 33, zuletzt bewirtschaftet von Johann Matschak, gehört einer Prager Firma für Spielsachen und ist ein Erholungsheim für Betriebsangehörige gewesen. Heute ist es an Privat verpachtet, man kann dort übernachten. Dazu gehören noch die Anlagen, ein großes, modernes Freibad, Tennisplätze sowie ein Skilift und Parkplätze. Hinter dem Gasthaus steht noch das Ausgedingehaus Nr. 191 von Hannes Neumann, bewohnt von Hilda Richling, die vom Hof Nr. 37 "Palzer Fränz" stammt. Dagegen sind die anderen Gebäude abgerissen. Das Haus Nr. 32 Josef Hanisch, Schuster und der Bauernhof Nr. 31 des Franz Neumann sowie die Scheune an der Straße nach Nesselfleck sind mit den Freizeitanlagen überbaut. Das Brechhaus des Josef Krause, auf dem Wege nach Nesselfleck, ist abgerissen. Vom Bauernhof des Thadeus Neumann mit Haus Nr. 188 ist nichts mehr zu sehen. Unterhalb der Straße an der „Wilden Adler“ steht noch das Wohnhaus Nr. 28 von Eduard Weiß. Es ist ständiger Wohnsitz, doch vom Sägewerk ist nicht viel geblieben. Die letzte Hofstelle Nr. 29, früher bewohnt von Felsmann, ist verschwunden. In unserem Rundgang wollen wir auch Nesselfleck mit einbeziehen. Die Straße dahin ist in Ordnung. Rechts liegt der Steinbruch, in den 30er Jahren wurde dort viel Gestein abgebaut. Da, wo einst grüne Wiesen und bebaute Äcker waren ist heute Wald.


Teil 5 - Nesselfleck, Niederort, Dorfmitte

Unterhalb der Straße findet man noch ein Teil des Hofes Nr. 1, von Anton Prause, ganz versteckt, nur durch eine Zufahrt noch erkenntlich, wird als Ferienwohnung genutzt. Auch das an der Straße stehende Wegkreuz ist zugewuchert. Die Häuser der „Kaiser Christine“ Nr. 2, sowie Nr. 3 von Ernst Laschke sind verschwunden. Der Wald ist da zu Ende, der Ausblick nach Schlesien frei. Nach ca. 400 m erreichen wir die Stelle, wo einst die Nesselmühle stand. Nur ein Teil des Stalles ist übrig geblieben und auf der anderen Seite des Mühlgrabens steht noch die Scheune. Das Wohnhaus Nr. 6, die Mühle und das Sägewerk der Familie Johanna Exner, sind dem Erdboden gleichgemacht worden. Auch von dem Ausgedingehaus Nr. 7 ist nichts mehr zu sehen. Die Scheune wird von den Wildhütern als Lager benutzt. Nun kommen wir an die Stelle, wo früher Nr. 8, der Bauernhof von Anton Pischel stand. Links, drüben am Adlerufer, steht das große Steinkreuz, aber ohne die seitlichen Statuen. Beim Weitergehen sehen wir das „Landhaus“, welches zeitweilig bewohnt ist und in einem guten Zustand ist. Vom Gasthaus Lux und dem dazugehörenden Bauernhof Nr. 11 ist nichts mehr zu sehen. Neben dem Weg, der früher über die Brücke nach Feiwalde führte, steht heute noch die acht Meter hohe Steinsäule mit allen Heiligenfiguren drauf. Auch die Betstufen mit den Seiteneinfassungen und Engeln sind gut erhalten. Rechts führt der Weg zur Adlerbaude. Diese wird heute noch genutzt von Erholungssuchenden und Kindergruppen und ist in einem guten Zustand. Heimatbesucher haben dort oft Rast gemacht. Das Hegerhaus steht auch nicht mehr. Auf dem Rückweg kommen wir nach einigen hundert Metern an die aus Steinquadern gebaute Brücke am Adlerdurchbruch. Die Brücke verbindet Nesselfleck mit Tschihak. Nur ein paar Schritte davon, am kleinen Bach, verläuft die Grenze zu Schlesien, heute Polen. Bis an diese Brücke war die Wilde Adler von ihrem Ursprung ab der Grenzfluss zwischen Böhmen und Schlesien. Nun wendet sich der Fluss ins Böhmische, verbindet sich mit der „Stillen Adler“ und mündet in die Elbe. Von der Brücke aus lässt sich der Fluss ein Stück weit mit den Augen verfolgen. Ungebändigt, wie seit Urzeiten sucht sich das Wasser seinen Weg zwischen den mächtige n Felsbrocken. So mancher geht zum Wasser und versucht einen Platz auf einem der großen Steine zu erreichen, um dem Spiel des Wassers und seinem Rauschen ganz nahe zu sein. Ein Waldpfad führt steil nach oben und hinter der Felswand an den riesigen Felsbrocken vorbei zum Adlerfluss. Dort kommen wir bald an die Fußgängerbrücke aus Holz über die Wilde Adler. Früher war dort eine einfache Brücke, die wir als Kinder oft zum Schaukeln brachten. Nun stehen wir an dem Platz, wo früher einmal das „Lusthaus“ gestanden hatte. Es diente den herrschaftlichen Waldhegern als Wohnung, brannte bereits in den 30er Jahren ab und wurde nicht wieder aufgebaut. Wir machen uns auf den Rückweg. Ein Blick über die Wilde Adler lässt erkennen, dass auch in Freiwalde die Mühlen dem Verfall preisgegeben sind. In Nesselfleck hat sich der Wald sehr ausgebreitet, es ist kaum Nutzfläche zu sehen. Wir sind nun wieder in Batzdorf und gehen an der Gabelung in Richtung Zollamt - Marienthal. Von dem Haus Nr. 183, bei „Newis“, wo die Anna Geisler wohnte, ist nichts mehr zu sehen. Das große Gasthaus Knoblich, Nr. 204, ist dem Erdboden gleichgemacht. Es führte den Namen „Taube“ und war ein massiver Sandsteinbau. Auch der Bauernhof Nr. 24 des Franz Tomann, vor dem Zollamt, ist abgerissen. Heute stehen dort neue Häuser und sind bewohnt. Das Zollamt ist immer noch eine ausgebrannte Ruine. Rechts am Straßenrand steht die Statue des heiligen Nepomuk. Die Zollamtbrücke ist noch erhalten, aber mit einem Schlagbaum versperrt und seit Jahrzehnten nicht mehr passierbar. Beim Blick nach Marienthal sieht man nur noch wenige stehende Häuser. Nur die Kirche grüßt noch herüber. Nach links führt der Weg zum Zollamtsberg und in die Hofewiesen. Auch das Ausgedingehaus des Franz Tomann ist abgerissen. Wir gehen über den Berg und kommen an die kleine Hofstelle der Anna Saliger, Haus Nr. 19. Die Scheune ist abgetragen, das Haus ständig bewohnt und gut erhalten. Das Haus Nr. 20 von Franz Feichtinger wird als Freizeithaus genutzt, daneben Haus Nr. 201, der Th. Rehak ist verschwunden. Der Hof Nr. 17 des Franz Hirschberg steht noch, das Haus ist bewohnt und gepflegt. Unterhalb davon steht das Haus Nr. 16 als Ferienhaus, wenig genutzt. Das Haus Nr. 15 von Wenzel Alliger steht nicht mehr. Beide Häuser gehörten zu Nr. 17 (Franz Hischberg). Der Aubach fließt jetzt, nach der Regulierung, ab dem Haus Nr. 34 (Banert Hannes), fast genau auf das Wehr bei Geisler Schuster zu. Nun fehlen wieder die Häuser Nr. 14 (Josef Fischer) und Nr. 12 (Christine Saliger). Das Haus Nr. 159 vom Neumann - Bäc ker ist gut erhalten. Haus Nr. 11 von Emil Kastner (Bittner) ist nur zeitweise bewohnt. Unterhalb des Hofes von Johann Pöschel stehen drei neue Häuser, die beiden links des Weges sind bewohnt, das rechts ist noch im Bau. Der Pöschel - Hof Nr. 10 verfällt, auch das erst 1943 nach dem Brand wieder aufgebaute Wohnhaus. Am Weg zu Josef Krause Nr. 8 sehen wir das zerstörte Wegkreuz. Die Scheune ist weggerissen, Gebälk ist aufgestapelt, dem Wohnhaus fehlt Pflege und Farbe. Der frühere massive Geräteschuppen wurde zum Wohnhaus ausgebaut (Ferienwohnung). Über den fast zugewachsenen Weg gehen wir hinunter zur Hauptstraße. Am Hang steht das Haus Nr. 147 von Dittert Florian, zuletzt von Wenzel Prause bewohnt, und dient heute als Freizeitwohnung. Nun stehen wir vor der Batzdorfer Schule Nr. 224. Auf den ersten Blick fällt einem die Veränderung auf. Aus den vier Fenstern pro Klasse wurden je zwei große gemacht. Heute ist nur noch ein Raum belegt, als Kindergarten. Rechts neben der Schule das Haus Nr. 57, vom Riesner - Bäcker, ist noch erhalten, aber selten bewohnt. Der Weg führt nun die „Bäckagoasse“ entlang, der Dorfmitte zu. An der linken Seite stand früher das Haus Nr. 160 der Familie Kohl. Diese ganze Seite ist bis auf Straßenhöhe bis zum Aubach mit Aushub aufgefüllt. Zur echter Hand steht das 1937 erbaute „Bata Häusla“ Nr. 18, was Dauerwohnsitz ist. Das Haus der Anna Prause, Nr. 5, ist auch verschwunden. Von Johann Weinberg das Haus und die angebaute Tischlerwerkstatt sind erhalten, aber nicht immer bewohnt. Nun hat sich d er Rundgang geschlossen.
Die „Grenzhäuser“ Nr. 151 und 152, die nahe an der Hohenerlitzer Grenze an der Wilden Adler standen, sind weg.
Nun hoffen wir, dass unser Rundgang durch Batzdorf den Heimatfreunden, die sich aus Altergründen den weiten Weg nicht mehr zutrauen, ein Bild vermittelt, wie es heute dort aussieht. Bei den jüngern Heimatfreunden konnten wir vielleicht einige Erinnerungen wecken und auffrischen. Bleiben wir unserer Heimat stets verbunden!

Text zum Ausdrucken